Mittwoch, 23. Mai 2018

KW 21: Mario und die Schöne

Ein neues Projekt wirft seine Schatten voraus. Für dessen Umsetzung habe ich mir namhafte "Verstärkung" geholt. Bleibt gespannt! Die Auflösung folgt demnächst ...

Euer Mario


Wer oder was steckt da in dieser Kiste?

War wohl eine lange Reise ...

Ob sie mir übelnimmt, dass ich ihr keinen Kaffee angeboten habe?

Und was hat die Schöne mit diesem Brunnen zu tun?


Fotos: Mario Sempf


Dienstag, 1. Mai 2018

Fundstück Nummer 18: Walpurgisnacht und Hexenfeuer

Na? Seid ihr gut durch die Walpurgisnacht gekommen?
Der Name "Walpurgisnacht" leitet sich von der heiligen Walburga (auch Walpurga oder Walpurgis) ab, einer Äbtissin aus England (710 bis 779 n. Chr.). Der Gedenktag dieser Heiligen wurde im Mittelalter am 1. Mai gefeiert. Traditionell gilt die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai aber auch als die Nacht, in der die Hexen auf dem Blocksberg (Brocken) sowie an anderen erhöhten Orten ein großes Fest abhielten.
Das Hexen- oder Maifeuer wird in weiten Teilen Deutschlands gefeiert. Dazu wird am 30. April ein Feuer entfacht, mit dem man die bösen Geister vertreiben will. Auf dem Hexenfeuer stehen gelegentlich auch hölzerne "Hexen". Heutzutage hat diese Tradition jedoch nur noch wenig mit Aberglauben oder Hexenverbrennung zu tun, sondern ist mehr als Volksfest anzusehen.

Doch was waren / sind eigentlich Hexen?

Vielleicht ist der Hexenglaube die älteste Religion der westlichen Welt. Sicher ist, dass seine Ursprünge weit älter sind als alle heutigen Weltreligionen. Zu lesen ist, dass die Anfänge des Hexenglaubens in der Zeit der letzten Eiszeit in Europa zu verorten seien, also vor 35 000 bis 40 000 Jahren. Belege dafür gibt es leider nicht, der Hexenglaube richtet sich ja nicht nach Büchern oder Dogmen, er bezieht seine Lehren aus der Natur, aus dem Werden und Vergehen alles Lebendigen.
Den Grundstein zum Hexenglauben legte also der Wille bzw. das Streben des Menschen nach der Beherrschung der Natur, entstanden aus seinen Naturbeobachtungen. Rituelle Handlungen und Symbole wurden dazu benutzt, in andere Wahrnehmungszustände zu kommen, um der Natur und ihren Mysterien näher zu sein. Und genau dies wurde den Menschen (besonders den Frauen) zur Zeit der großen Hexenverfolgungen zum Verhängnis. Hatte man dieses uralte "Wissen" und das tiefe Naturverständnis in der Antike und in den Anfängen der Christianisierung noch positiv bewertet, so wurde den Vertretern der späteren Kirchen dieses Urwissen zunehmend unheimlich. Während im frühesten Mittelalter die Kirche noch entschieden gegen den aufkommenden Hexenwahn aufgetreten war, begannen Ende des 15. Jahrhunderts Hexenjagden größeren Ausmaßes in Europa, die auch nach der Reformation anhielten und in der Zeit von 1560 bis 1660 (also in der Neuzeit und nicht im "finsteren Mittelalter") ihre traurigen Höhepunkte erreichten. Nach Erkenntnissen moderner Forschung fand von den 50 000 bis 60 000 in Europa vorgenommenen Hexenverbrennungen JEDE ZWEITE in Deutschland statt.

Verglichen mit anderen deutschen Ländern wurde in Kursachsen relative Zurückhaltung bei der Hexenverfolgung an den Tag gelegt. Bisher sind 905 Anklagen gegen Einzelpersonen wegen Zauberei und Hexerei in Kursachsen bekannt. Für etwa ein Drittel wurden Todesurteile gefällt oder vollstreckt. Das ist wenig im Vergleich zu Bamberg beispielsweise. Dort starben während der Verfolgungswelle bis 1632 etwa 1000 Menschen, also fast jeder zehnte Bewohner. Wobei man sagen muss, dass Bamberg ein Sonderfall ist. Die Hexenverfolgung dort wurde als politische Säuberungsaktion missbraucht, der Bamberger Bischof hat sich seiner Gegner so völlig entledigt.

Der früheste Hexenprozess in Dresden ist 1407 geführt worden – gegen eine Magd mit dem Namen Setteller. Ihr wurde Zauberei vorgeworfen. Weiteres dazu sowie auch der Prozessverlauf sind unbekannt. Man weiß nur, dass sie auf dem Scheiterhaufen endete.
Das letzte Endurteil in einem Zaubereiprozess in Dresden erging 1771 gegen einen Herrn Karig, einen Richter aus Leuben, der angeklagt wurde, da sich angeblich ein Poltergeist auf seinem Gut herumtreiben würde und dadurch Schaden am Vieh der Umgebung entstünde. Der Richter brachte in dem Prozess gegen ihn das Gesuch ein, das Gut in der Lotterie ausspielen zu dürfen. Dies wurde jedoch abgelehnt.
An diesen beiden Fällen sieht man im Übrigen schon deutlich die Änderungen in der Bestrafungspraxis in solchen Fällen über die Jahrhunderte – vom Feuertod hin zu "aufgeklärten" Urteilen.

K. Salomo als Heidine Wiedemann  (mittelalter-dresden.de)
Der Hexenglaube selbst bestand vor und nach den Zeiten der Hexenverfolgung. Magie und Spiritismus sind Erscheinungen, die bis in die heutige Zeit vorzufinden sind. Und noch heute glauben – laut Umfragen – etwa 10 bis 15 Prozent der Menschen in Deutschland an Hexen. An Hexen wie die Heidine Wiedemann aus Glashütte …
Wer sie war und was ihr 1585 in Dresden widerfuhr, das ist aber mal ein neues Kapitel.

Dienstag, 24. April 2018

Fundstück Nummer 17: Shadow of the Wall oder: Die Folgen des Baubooms

Als heutiges "Fundstück der Woche" möchte ich auf eine Pressemeldung vom 14. April 2018 eingehen, die besagte, dass bei Bauarbeiten an der Wallstraße ein Teil der Dresdner Bastionärsbefestigung freigelegt wurde, also einmal mehr ein Stück des historischen Dresden ans Tageslicht kam. Leider war dieses Stück Stadtgeschichte nur für einige Tage zu sehen, so schnell schreiten die Arbeiten voran. Die archäologischen Funde wurden leider nicht erhalten.

Foto: Thomas Zahn

Um die Stadt zu schützen, wurde Dresden bereits im Mittelalter von einer Stadtmauer umschlossen. 1299 wurde diese zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Jahre 1427 wurde eine zweite Mauer vor der mittelalterlichen angelegt, aber erst unter Kurfürst Moritz von Sachsen entwickelte sich Dresden zu einer gewaltigen Festung. Inspiriert durch Vorbilder aus u. a. Norditalien, ließ Moritz 1545 bis 1555 eine Bastionärsbefestigung mit einer mächtigen Festungsmauer, pfeilartigen Bastionen und einem das Ganze umgebenden Wassergraben errichten, die einen Angriff auf die Stadt erheblich erschweren sollten.

Da man das Stück der alten Festungsmauer an der Wallstraße schon heute leider nicht mehr sehen kann, bin ich sehr froh, euch wenigstens ein Foto der Ausgrabungsstätte zeigen zu können. Doch um einen Eindruck von den Dimensionen der Festungsmauer zu bekommen, kann man auch an anderen Stellen in der Stadt einen Blick auf sie erhaschen, ist sie doch aus dem Dresdner Stadtleben einfach nicht wegzudenken – zum Beispiel als "Brühlsche Terrasse", welche als Teil der Dresdner Befestigungsanlagen ebenfalls im 16. Jahrhundert errichtet wurde.

Wer sich ein genaueres Bild machen möchte, dem sei ein Besuch des Dresdner Vereins Brühlsche Terrasse e. V. in der sogenannten "Piatta Forma" ans Herz gelegt. Nicht nur die dort ausgestellten Modelle der Festung sind sehenswert, sondern in den Gewölben kann man ebenfalls noch einen Teil der alten Stadtmauer entdecken.


Euer Thomas

Mittwoch, 18. April 2018

Unser "schaurig-schöner" Fototermin

Vor ein paar Wochen haben wir uns als Ritter Jonas Daniel, als Dresdner Scharfrichter Melchior Wahl sowie Ursula Margarethe von Haugwitz von dem grandiosen Dresdner Fotografen Dirk Sukow ablichten lassen. Herausgekommen sind unter anderem diese "schaurig-schönen" Bilder, mit denen wir euch heute gern ein bisschen neugierig auf unsere Stadttouren machen möchten. Denn nächste Woche starten wir voller Elan in die neue Saison und freuen uns, wenn wir euch vielleicht auch einmal auf eine "schauderhafte" Zeitreise ins historische Dresden entführen dürfen.

Alle Infos zu unseren Stadtführungen, Stadtrundfahrten und sonstigen Veranstaltungen findet ihr hier: www.mittelalter-dresden.de

Wir freuen uns auf euch,
Mario, Thomas & Katharina








Fotos: Dirk Sukow
Wir bitten euch, sollten euch die Bilder gefallen, diese nicht einfach zu verwenden, sondern uns bitte vorher zu fragen (per E-Mail: salomo.publishing@gmail.com). Danke schön.


Donnerstag, 12. April 2018