Montag, 12. Februar 2018

Fundstück Nummer 7: Vergessene Göttin

Bei den einfachen Handwerkern im alten Rom wurde sie als eine von drei wichtigen Schutzgöttinnen verehrt: Minerva.
Später sind die Ideen des griechischen Athene-Kultes in das Bild der Göttin eingearbeitet worden. Dies ist der Grund, warum sie auch oft mit einem Speer in der Hand zu sehen ist. Minerva war also die Göttin der Weisheit, der taktischen Kriegsführung, der Kunst und des Schiffbaus sowie Hüterin des Wissens.
Im Dresdner Barock durfte natürlich – neben all den knuddeligen Putten, grimmig dreinschauenden Tor-Wächtern, schönen Nymphen und kraftstrotzenden Herkulessen aus Sandstein – eine römische Göttin ebenfalls nicht fehlen. Auch in der Renaissance bediente man sich ihrer gern für Darstellungen, so stolz und erhaben, wie sie war.

Doch unsere Dresdner Minerva hat leider etwas unglücklich in den Schminkkasten gegriffen. Vielleicht mangelte es ihr ja auch an einem Handspiegel? 
Doch womöglich bekam ihr einfach nur der wenig glamouröse Ort nicht, an dem man sie nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestellt hatte. Denn einst hatte sie im Durchgang zum großen Schlosshof des Residenzschlosses eine respekteinflößende Stellung genossen. Heute hingegen kann man sie leicht übersehen, wenn man den berühmten Dresdner Stallhof betritt. Dort steht sie nämlich zwischen den beiden Eingängen und wird kaum wahrgenommen. Von Jahr zu Jahr scheint sie blasser um die Wangen zu werden. 

Es wird Zeit, dass ihr wieder einmal jemand etwas Bewunderung entgegenbringt, so wie damals bei den Römern. Sie hat es wirklich verdient …

Wenn ihr also das nächste Mal in der Stadt unterwegs seid, schenkt der Holden doch einen kleinen Blick!

Euer Mario

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