Donnerstag, 18. Januar 2018

Termine 2018


5. April 2018:

Der Dresdner Stadtteil Löbtau feiert in diesem Jahr seinen 950. Geburtstag. Im Rahmen dessen gibt es am 5. April 2018, um 19 Uhr einen Vortrag von und mit Mario und Thomas über die mittelalterliche Gerichtsbarkeit in Dresden sowie speziell über Löbtau als Standort für die Dresdner Richtstätte "Auf dem Anger".

Wo: Stadtteiladen Löbtop (Deubener Str. 24, 01159 Deutschland)



27. April 2018:

Saisonstart unserer Grusel-Stadtrundfahrten im Oldtimer-Bus "Vom Hängen und Würgen – Die mittelalterliche Henkertour".

Unsere Grusel-Stadtrundfahrten im Oldtimer-Bus können von Einzelpersonen, Gruppen, Reiseunternehmen sowie Firmen (sowie ab 12 Personen gern auch zu individuellen Terminen) gebucht werden. Die Tour startet ab 12 Teilnehmern. Um Anmeldung wird gebeten.

Beginn: 17 Uhr

Treff: 15 Minuten vor Beginn der Tour vor dem Restaurant "Pulverturm" (An der Frauenkirche 12, 01067 Dresden) 

Dauer der Stadtrundfahrt: ca. 1,5 Stunden

Preis: 29,90 Euro pro Person


Anmeldung: salomo.publishing@gmail.com oder telefonisch (0351) 500 08 40


Weitere Termine für unsere Stadtrundfahrten im Oldtimer-Bus "Vom Hängen und Würgen":

25. Mai 2018, um 17 Uhr
29. Juni 2018, um 17 Uhr
27. Juli 2018, um 17 Uhr
31. August 2018, um 17 Uhr
28. September 2018, um 17 Uhr
26. Oktober 2018, um 17 Uhr
30. November 2018, um 15 Uhr

 Wir freuen uns auf euer Kommen.



5. Mai 2018:

Lauensteiner Galgenwanderung

Während unserer etwa dreistündigen Wanderung entführen wir euch zu den Orten der Gerichtsbarkeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit des Ortes Lauenstein (Müglitztal) und servieren euch im Kerker des Schlosses sogar noch eine "letzte Mahlzeit".
Die Besonderheit der "Lauensteiner Galgenwanderung" liegt dabei im Besuch des originalen Galgenfundaments des Ortes Lauenstein, das Mario und Thomas 2016 entdeckt haben.

Treff: 5. Mai 2018, um 14.45 Uhr am Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein (Eingang Museum)

Adresse:
Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein
Stadtteil Lauenstein
01778 Altenberg



Max. 30 Teilnehmer (ab 16 Jahren)

Preis pro Person: 35,00 Euro (inkl. Essen und Getränk)

Wir freuen uns auf eure Anmeldung unter: salomo.publishing@gmail.com oder telefonisch (0351) 500 08 40



Dezember 2018:

An den ersten drei Adventswochenenden 2018 findet ihr uns wieder beim "Lichterglanz und Budenzauber", dem wundervollen Weihnachtsmarkt in Radebeul Altkötzschenbroda.
Ist zwar noch etwas hin, aber wir freuen uns auch da auf euch. 



Herzlich, 
Mario und Thomas 


Stand 18. Januar 2018, Liste wird kontinuierlich aktualisiert
Weitere Infos zu unseren Veranstaltungen unter www.mittelalter-dresden.de

Freitag, 12. Januar 2018

Fundstück Nummer 3: August und der Schnee

In Dresden findet am Wochenende ein ganz besonderes und für unsere Stadt eher untypisches Event statt: der Ski World Cup. Der Schnee dafür wurde extra hergestellt bzw. herangefahren, und es herrscht eine rege Bautätigkeit am Elbufer, um die Strecke befahrbar zu machen und um Tribünen und Festzelte aufzubauen – sehr zum Unmut mancher Radfahrer und Fußgänger, denn der Elberadweg ist derzeit gesperrt.
Über Sinn und Unsinn einer solchen Veranstaltung wurde ja sehr viel diskutiert, Fakt ist aber: Einmalig ist so etwas nicht in unserer Residenz, denn Ähnliches gab es schon – beispielsweise im Jahre 1721.
August der Starke hatte in jenem Jahr ebenfalls Gelüste, in Dresden so etwas wie Wintersport zu treiben. Er wollte unbedingt auf der Dresdner Brücke (Augustusbrücke) Schlitten fahren und hat dafür weder Kosten noch Mühen gescheut. 
Bei unseren Recherchen sind wir auf folgendes Fundstück gestoßen:

aus: Dr. Ing. W. Nagel "Die alte Dresdener Augustusbrücke", 1924



In diesem Sinne: Ski und Rodel gut!

Euer Thomas


Montag, 8. Januar 2018

Fundstück Nummer 2: "Nicht verhaspeln!"

Redewendungen sind heutzutage oft die einzigen Überbleibsel mittelalterlichen Alltags. Sie verraten uns Details über das geheimnisvolle Leben der Menschen vor ca. 600 Jahren. Sie beschreiben auf besondere Art den knochenharten Job jener Zeit, den Alltagsfrust, den Ärger mit nervigen Nachbarn oder aber auch so manche Raffinesse. Eigentlich sind sie eine Art Geheimsprache. Wer sich mit Haut und Haar auf das Abenteuer ihrer Entschlüsselung einlässt, kann als Sprachdetektiv zwischen den Zeilen tatsächlich lebendige Geschichte einatmen.

Bei meinen Exkursionen als Seiler verwende ich mehr als 23 Redewendungen zur Bedeutung des mittelalterlichen Seilerhandwerks. Wortgebilde wie "Etwas hängt am seidenen Faden", "Da beißt die Maus keinen Faden ab" oder "Das geht mir über die Hutschnur" machen das Mittelalter für einige Momente wieder lebendig. 

Kaum ein Bereich des mittelalterlichen Alltags kam ohne das Seilerhandwerk aus. Garne, Fäden, Seile, Kordeln – überall wurde das gebraucht. Selbst der Henker benötigte handwerklich einwandfrei gedrehte Hanfseile, und mitunter stellte er diese sogar selber her.

Meine Generation ist noch mit den oben erwähnten Sprachmysterien aufgewachsen. Als Kind ergaben diese zwar noch nicht unbedingt einen Sinn, dafür später umso mehr. "Moderne" Jugendliche hingegen können heute leider meist nichts mehr damit anfangen, wenn man jemanden zu "umgarnen" versucht oder wenn einer dem anderen „den Lebensfaden durchschneidet“. Deshalb ergeht hier unser Aufruf an euch, die ihr noch einen Sinn für nostalgische Wort-Schätze habt: Benutzt mehr Redewendungen, wenn eure Kids in der Nähe sind! Redewendungen bereichern nicht nur unsere Sprache, sondern sind auf ihre Art ebenfalls Experimentelle Archäologie.
Besser, wir ziehen da alle an einem Strang, richtig?

Ach so: Ihr wollt endlich wissen, was eine Haspel ist?
Geduld, Geduld! Dazu kommen wir später noch.

Euer Mario



Montag, 1. Januar 2018

Thomas' und Marios "Dresdner Merkwürdigkeiten 2018"

… in Anlehnung an Johann Christian Crells (1690–1762) unter dem Pseudonym Iccander veröffentlichte Reihen "Diarium Dresdense", "Sächsische Kern-Chronikon" und "Dresdner Merkwürdigkeiten" (zusammen mit Peter Georg Mohrenthal).
  

Heute: Was wir für euch vorhaben

Ihr kocht gerne?
Sehr schön. Wir nämlich auch. Also … irgendwie zumindest, aber das erklären wir euch besser in kleinen Häppchen. Unser "Menü" für 2018 ist nämlich nichts für Leute mit nervösem Magen.
Unsere aufregenden Appetitanreger für das neue Jahr sind kleine Fundstücke aus dem reichen Fundus schräger, unfassbarer, merkwürdiger und überraschender Alltagsdinge. Manchmal bizarr, manchmal belustigend – unserem Thema entsprechend aber immer eher düster, mordlustig oder schräg, auch wenn sich alles auf den zweiten Blick manchmal als harmlos herausstellen mag. Man sieht eben, was man sehen will. So ergeht es auch uns als Autoren. Ihr lieben Leserinnen und Leser mögt uns unsere überschäumende Versessenheit auf düstere Hinterlassenschaften bitte verzeihen. An manchen Stellen schießen wir mit Sicherheit übers Ziel hinaus. Der Heißhunger ist halt unter Umständen schwer zu bändigen. Doch immer bieten wir euch damit einen anderen Blick auf die Experimentelle Archäologie. Wir wollen euer Geschichtsbewusstsein wachrütteln – und das mit zum Teil ungewöhnlichen und überraschenden Betrachtungen.
Freut euch in 2018 also auf insgesamt 52 besondere Fundstücke aus dem Reich des Morbiden, auf kleine und große, aufwühlende, abschreckende und urkomische Anekdoten und Mitbringsel. Wunderliche Entdeckungen am Wegesrand gehören ebenso dazu wie bewusst ins städtische Alltagsleben platzierte Aufreger. Kurzum: Kleine makabre Kuriositäten des Alltags verflossener Tage, die auch heute noch das Zeug dazu haben, uns so manchen Augenblick mit einer Gänsehaut zu würzen. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Verkosten unseres neuen Menüs. Wir haben kräftig die Kochlöffel geschwungen. Versprochen!
So, und nun ran an den gedeckten Tisch!


Fundstück Nummer 1: "Leichen-Schmaus"

Zu Weihnachten gehört gutes Essen einfach dazu. Mich verschlug es am zweiten Feiertag nach Dippoldiswalde in die "Alte Sattlerei" zu gebratener Gans mit Klößen. In einer auf dem Tisch liegenden Ausgabe der "Sattlerzeitung" (Original von 1904) erfuhr ich von den damals brandneuen Erfindungen. Auch wurde auf den Reklameseiten für das 3400. Fahrzeug geworben, das im Jahre 1904 zum Versand gebracht wurde: ein filigraner Leichenwagen, den die Hersteller in höchsten Tönen anpriesen.
Wie man sich bettet, so liegt man eben …


Übrigens: Gummiräder waren zu der Zeit – darauf wird in dem Artikel extra noch einmal hingewiesen – in der Harthaer Rohbau-Wagen-Fabrik ständig erhältlich. Das beruhigt, waren sie doch der letzte Schrei auf Dresdens Straßen und somit unter Umständen "Bückware".


Viele liebe Grüße und bleibt in 2018 immer schön neugierig,
Mario und Thomas

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Schaurig-schöne Weihnachten euch


Liebe Leserinnen und Leser,

wie sagt man so schön: "Licht wird, wo Menschen ihre Ideen teilen und mitwirken, damit ein großes Ganzes entsteht."

So wie auf unserem Blog und in unseren Büchern ...
Thomas und ich teilen nämlich nicht nur ein großes Interesse an Geschichte, sondern auch die ungewöhnliche Idee, diese Geschichte für unsere Leserinnen und Leser hautnah erfahrbar zu machen. Die eine oder andere Gänsehaut ist dabei garantiert …
Ob beim Bau eines "Schandesels" oder als Helfer bei der archäologischen Ausgrabung des Perleberger Galgens – wir wollten auch in 2017 ganz genau wissen, warum etwas so war, wie es war. Darum begeben wir uns stets mitten hinein und versuchen nicht nur zu interpretieren, sondern die Dinge tatsächlich auch nachzustellen, um uns selbst und unsere Leser mit den gewonnenen Erkenntnissen zu erhellen oder zu verblüffen.

Das ausklingende Jahr möchten wir nutzen, um Ihnen und euch herzlich für euer Interesse an unserer Arbeit und unseren Büchern zu danken. Wir wünschen euch ein fröhliches Weihnachtsfest und einen gesunden Start ins neue Jahr. Wir freuen uns, wenn ihr uns auch 2018 auf unserem Weg begleitet.

Mario und Thomas

Montag, 28. August 2017

Als Ausgrabungshelfer in Perleberg

Ab heute sind wir unterwegs. Wir folgen einer Einladung der Richtstättenarchäologin Dr. Marita Genesis nach Perleberg in Brandenburg. Ziel unserer Reise ist der dortige mittelalterliche Galgenberg.
Seit gut drei Wochen finden hier archäologische Forschungsgrabungen mit Studenten statt und was hier vorborgen liegt, soll Aufschluss über die Gerichtsbarkeit in Perleberg liefern. Denn an diesem Ort wurde für Jahrhunderte gehängt, gerädert oder am Pfahl verbrannt. Vor allem zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges ging es hier verheerend zu.
Thomas und ich freuen uns vor allem auch deshalb auf diese "Zeitreise", weil wir unmittelbar miterleben dürfen, wie die noch junge Disziplin der Richtstättenarchäologie funktioniert, wie gewissenhaft, wie akribisch vorgegangen wird. Denn bei aller Freude über das Entdecken muss trotzdem eines erwähnt werden: Auch Archäologie ist eine Form der Zerstörung, deshalb ist eine ordentliche Dokumentation und Aufarbeitung extrem wichtig. Nach dieser Grabung wird nämlich höchstwahrscheinlich nichts mehr so sein wie in den letzten Jahrhunderten im Dornröschenschlaf.

Wir verfolgen aber noch ein anderes Ziel: Dr. Marita Genesis ist nämlich für unsere Entdeckung des Lauensteiner Hochgerichtes genau die richtige Ansprechpartnerin. Deshalb werden wir unsere Ohren gut spitzen und hoffentlich sehr gelehrige Ausgrabungshelfer abgeben.

Wir lassen von uns hören. Bis bald,

euer Mario